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GPL? FOSS? WTH?

Ohweh, gerade vom Bausparfuchs aus dem wohlverdienten nachmittäglichen post-Auditoriums-Schlaf gerissen und mit wilden Aussagen über Sourceforge und Google Code versorgt, musste der Captain sich grade mal an den Rechner hieven und eine kurze Recherche bei den einschlägigen Anlaufpunkten durchführen und schwupps, was zu Sourceforge gefunden, eventuell auftretendes und noch nicht verifiziertes Verhalten bei Google sei im Anschluss identisch angesehen und behandelt.

Kurz: Es geht um die Idee, es Anbietern von Software (beziehungsweise den zugehörigen Plattformen) zu verbieten, ihren Code den Menschen in bösen, fiesen, hinterhältigen Schurkenstaaten zur Verfügung zu stellen. Sprich den üblichen Verdächtigen: Iran, China, Nordkorea und wie sie alle heißen. Die aktuell Bösen halt.

Im Golem-Text steht dabei eine besonders interessante Passage:

Nachdem auch syrische Benutzer von der Sperre berichtet hatten, griff das Webportal Arabcrunch die Geschichte auf und setzte darunter einen Kommentar des syrischen Informatikstudenten und Bloggers Abdulrahman Idlbi. Darin beklagt sich Idlbi, dass Sourceforge gegen die Punkte 5 und 6 der GPL verstoße, wenn sie Personen oder Gruppen diskriminiere oder die freie Verwendung der Software behindere. Bereits 2008 hatte Sourceforge den Upload von Software aus besagten Ländern gesperrt.

Punkte 5 und 6 der GPL, also „5. Conveying modified source versions“ und „6. Conveying non-source forms“, sind en detail hier nachzulesen. Interessant finde ich, dass hier schon 2008 sowas passiert ist und dass vor allem der upload gesperrt wurde. Soll heißen, hier wurden nicht nur Menschen von der Nutzung von freier Software ausgegrenzt, sondern zusätzlich wurde den Menschen dort die Möglichkeit genommen, interessanten Code zu veröffentlichen. In meinen Augen ist das ein massiver Angriff auf alles, wofür die Open Source Gemeinde steht.

Ein Kommentar von Sourceforge liest sich so:

„Wir bedauern zutiefst, dass diese Sanktionen unter Umständen auch Menschen treffen, die keine böse Absichten hegen. Solange allerdings die Regierungen der besagten Länder die Praktiken, die sie auf diese Liste brachten, nicht ändern – oder die US-Regierung ihre Politik -, muss die Situation bleiben wie sie ist.

Ich werde ja einen Teufel tun und eine Lanze für die Regimes in diesen Ländern brechen, aber die Problematik hier ist ja eine ganz Andere: Wenn es im einen oder anderen Teil der Welt eine Möglichkeit gibt, einigermaßen auf bürgerliche Freiheiten hinzuarbeiten, dann ist es die Vernetzung und dazu gehört auch die Integration der dortigen Coder in die internationale OSS-Community. Das wird damit massiv unterbunden. Sollte dieser Gedanke der Vernetzung und der Freiheit tatsächlich ein Anliegen von Sourceforge sein, dann müsste es ja eigentlich Bestrebungen geben, eine alternative Plattform aufzubauen, die nicht in den USA gehostet ist und die es ermöglicht, die Inhalte von Sourceforge in allen Ländern zur Verfügung zu stellen.

Das könnte, wenn die freie Software Gemeinde ihren Grundsätzen treu bleiben will, ein wirkliches Mammutprojekt werden, das aber zu stemmen wäre.

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Eine Antwort

  1. […] Vor einigen Tagen ja schon durch  die Sphäre gehuscht, habe ich gerade eben entdeckt, dass der liebe Kollege vom WeirdKong Blog schon direkt nachdem ich ihn mit der Nachricht aus dem Schlaf gerissen hatte, eine kleine […]

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